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Glück ist ansteckend

Bist Du glücklich?

Was antwortest Du, wenn Du gefragt wirst, ob du glücklich bist?
Ja, nein, oder manchmal, oder sowas wie:“ Zumindest bin ich nicht unglücklich!“
Ist Glück nicht nur eine Momentaufnahme?
Hast Du schon einmal darüber nachgedacht, in welchen Situationen Du glücklich bist?
Welche Art von Glück ist das? Tiefe Zufriedenheit? Überschwängliches Glück?
Schreibe es doch einfach einmal auf.

Was bedeutet eigentlich Glück?

Die meisten Menschen antworten auf diese Frage immer gleich, zwar in unterschiedlicher Reihenfolge und Gewichtung, aber die Antworten sind fast immer gleich: Erfolg, Geld, Liebe, Besitz und Schönheit.
Wünsche, wie die nächste Beförderung, der perfekte Körper oder eine andere Wohnung machen in Wirklichkeit nicht glücklich. Dieses „Glück“ ist nur von relativ kurzer Dauer.
Die Beförderung wird irgendwann zum Alltag, der perfekte Körper ändert sich mit den Jahren und die Wohnung oder das Haus gehören auch zum Alltag und Du vergisst es zu würdigen, weil es schon normal ist.

Wenn es um Glück geht, setzt unser Verstand aus

Unser Gehirn spielt uns so manchen Streich, auch in Sachen Glück. Selbst wenn wir uns intensiv mit dem Thema beschäftigen und uns Wissen über unser Gehirn aneignen, so reicht das noch lange nicht aus, um auch das Verhalten zu ändern. Die jüngsten Studien der Kognitionswissenschaft haben gezeigt, dass Wissen nur eine schockierend kleine Rolle bei den meisten Entscheidungen spielt.
Hierfür gibt es viele Beispiele aus dem Alltag.
Jeder Handel spielt tagtäglich damit. Jeder Verbraucher weiß, dass 9,99 Euro so ziemlich gleich sind wie 10 Euro, aber dennoch fühlt sich der erste Preis besser an. Unser Verstand versucht immer wieder uns zu überzeugen etwas zu glauben, was sich letztlich als falsch erweist.
Unser Verstand, und natürlich die Werbung, will uns weis machen, wenn wir einen tollen Traumurlaub verbringen, sind wir wirklich glücklich.
Weitere Beispiele sind, einer Studie nach, die Lottogewinner, wovon keiner die volle Punktzahl in Sachen Glück geben konnte und wollte. Lediglich 4 von 6 Punkten wurden auf der Glücksskala erreicht. Nicht Lottogewinner vergaben durchschnittlich 3,82 Punkte von 6 auf der Glücksskala.
Frischvermählte schweben natürlich im 7ten Himmel kurz nach der Heirat. Dieser Zustand hält nur duchschnittlich 18 Monate an, dann ist er schon wieder Normalität. Dieser Zustand wird in der Fachwelt auch hedonistische Tretmühle oder hedonistische Anpassung genannt.

Unser Gehirn ist auf besondere Weise „verdrahtet“, es kann sich immer wieder verschiedenen Herausforderungen anpassen. Was uns hilft, schlimme Zeiten zu überstehen, hindert uns daran glücklich zu werden, denn schließlich haben wir etwas erreicht, wonach wir uns gesehnt haben. Dieses Wissen hilft uns aber auch dabei, unser Gehirn auszutricksen.

Nicht, WAS in unserem Leben passiert, entscheidet über unser Glück.
Was zählt, ist die Art und Weise WIE wir es bewerten.

Die vier größten Fehler im Glückssystem

Unser Verstand verfügt über einige wirklich lästige Eigenschaften, die unsere Glückssuche behindern.Die ersten beiden haben wir bereits angesprochen:

  1. Unsere stärkste Kraft, die Intuition, liegt oftmals total falsch.
  2. Unser Gehirn ist so angelegt, dass es sich schnell an Dinge gewöhnt.
  3. Wir erkennen nicht, dass es diesen Gewöhnungseffekt gibt und
  4. Unser Verstand denkt nicht in absoluten Zahlen, sondern beurteilt die Dinge anhand relativer Vergleichspunkte.

Was bedeutet das nun genau?
Vergleichen können wir das mit der Situation von Siegern, ob bei der Olympiade oder bei Autorennen. Der Gewinner verkörpert das größte Glück. Was ist denn mit den Zweit- und Drittplatzierten? Sie sind die unglücklichsten Menschen auf der Welt, denn sie haben um wenige Bruchteile den Sieg, das absolute Glück verpasst. Keiner kann sich im Nachhinein an den 2. oder 3. Platz nach Jahren erinnern, aber der Sieger bleibt in Erinnerung.

Der größte Fehler in Sachen Glück

Meist geschieht es unbewusst, aber Du, ich, wir alle vergleichen uns im Alltag mit anderen Menschen. Wir legen großen Wert darauf, wo wir im Verhältnis zu anderen Menschen stehen. Wir messen unsere eigenen Situation an der von anderen, natürlich an denen, die mehr haben, besser zu sein scheinen oder scheinbar glücklicher sind. Wenn wir aufhören unserem Gehirn dahin gehend zu folgen, was andere besser können oder haben, dann haben wir auch die Chance, unser Wissen tatsächlich umzusetzen.

Wie Du Dein Gehirn auf Glücklichsein umprogrammierst

Zunächst einmal die gute Nachricht: Unsere Fähigkeit, ausgeglichen und fröhlich zu sein, bekommen wir zur Hälfte vererbt, bzw. anerzogen. Das Einkommen und das Umfeld spielen dabei nur eine untergeordnete Rolle.
Ungefähr zu 40 Prozent bestimmen unsere zwischenmenschliche Beziehungen und unser Verhalten unsere Emotionen.
Unser Verhalten können wir steuern, wenn wir das Wissen darüber haben.

Fang also erst einmal mit den sogenannten „Rewirements“, den Neuverdrahtungen des Gehirns an. Was ist das?
Das sind gezielte Übungen zur Selbstverbesserung, die Du bewußt machst, um Dein Gehirn umzuprogrammieren.

  1. Der erste Punkt ist ein Dankbarkeitsjournal. Schreibe täglich genau auf, wofür Du dankbar bist. Denke dabei auch einige Zeit zurück, wo Du manche Dinge noch nicht hattest, den Job, das Kind, den Partner, den Freund…..
    Sich daran zu erinnern, wie wir uns vorher gefühlt haben, kann helfen, das erst richtig zuschätzen, was wir jetzt haben, und dadurch die hedonistische An­passung zu vereiteln.
  2. Frage Dich selbst oder Dein Umfeld, was Du besonders gut kannst und schreibe es auf. Wenn Du mit anderen über Deine Fähigkeiten sprichst, kommen oft ganz andere Dinge zu Tage, die Du selber nicht erwähnt hättest.
  3. Schlafe mindestens sieben Stunden lang an mindestens drei Tagen hintereinander.
  4. Häufe keine Besitztümer an, sondern Erinnerungen: Urlaube, Konzerte, schöne Geselligkeiten, Zweisamkeiten….Solche Dinge kannst Du wirklich genießen, ohne sich daran zu gewöhnen, wie an ein neues Auto. Fertige eine Collage aus Fotos an oder erstelle ein Fotobuch, damit Du diese Erinnerungen immer vor Augen hast.
  5. Zahle solche Erinnerungen auf Dein persönliches Glückskonto ein.

Nicht die Glücklichen sind dankbar,
ich bin glücklich, weil ich dankbar bin

(Francis Bacon, 1561 – 1626, engl. Philisoph und Jurist)

Was hat das alles mit Glück zu tun? Zur Umprogammierung des Gehirns müssen Gewohnheiten geändert werden. Das Gehirn braucht dazu durchschnittlich 21 Tage, um eine neue Gewohnheit zu verinnerlichen, dass sie automatisch abläuft.
Lerne, Dir etwas Gutes zu tun, ohne ein bestimmtes Ziel zu verfolgen, dazu zählt auch ausreichend Schlaf. Ein müdes Gehirn ist ein verletztes Gehirn, welches geneigt ist, das Glück an falscher Stelle zu suchen.
Nur Du alleine kannst entscheiden, wie gut es Dir geht.

Glück ist Deine Denkweise und Deine Entscheidung

Glück ist kein Zustand, den es zu erreichen gilt.
Glück ist eine Denkweise, die es zu leben und zu pflegen gilt. Verlasse Dich dabei auf keinen Fall auf Dein Gehirn, Deinem Verstand kannst du dabei nur schwer vertrauen.
Obwohl wir immer mehr fremdbestimmt sind, manchmal die Kontrolle über unser Leben verlieren, haben wir die Entscheidung für das Glücklichsein und Glücklich werden immer noch in der Hand. Eine Entscheidung, die Dir und mir keiner abnimmt – zum Glück.
Jeden Tag kannst Du diese Entscheidung fällen, immer wieder neu, die Zufriedenheit in den kleinen, bekannten Dingen des Lebens zu finden.

Was wir brauchen, um glücklich zu leben, ist wenig.
Aber wir steigern die Bedingungen für Glück ins Endlose und
beklagen unser Unglück

(Kristiane Allert-Wybranitz, 1955-2017, dt. Schriftstellerin)

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